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27.12.1887 - Seite 14
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Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strasse 13
D-10787 Berlin
© 1997-2001
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Julius an die Eltern
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- Am
Montag fuhr ich mit H. und Frau Thimann nach
Letschin,
- um
von da die Heimreise anzusetzen. Diese waren
- hier
irgendwo eingeladen, u. da ich aus dem
Gespräch
- bei
Tisch entnahm, daß diese wechselseitige
Einladerei
- um
diese Zeit ganz besonders blüht, hielt ich
es für
- geraten,
zu gehen, obgleich man mich einlud, die
- ganzen
Ferien über dazubleiben. So ernst gemeint
war
- das
jedenfalls auch nicht. -
- Nun
bin ich also glücklich über 13 Seiten
wieder
- in
Berlin angelangt. Es war ein hartes Stück
Arbeit!
- Ich
habe nachzutragen, daß ich Tannhäuser
sehen wollte,
- aber
Troubadour gegeben wurde, worauf ich gern
ver-
- zichtet
hätte; daß ich einmal im
"Concerthaus" war
- (in
welchem die "Bilse concerte" früher), die
Musik jedoch
- bedeutend
hinter der Philharmonie zurücksteht; und
- endlich
in der Lenbachausstellung. Das sind herrliche
- Bilder!
Was auf allen schon beim ersten Blick
über-
- rascht,
ist die Körperlichkeit dieser Köpfe
und Figuren;
- sie
scheinen wirklich aus der Leinwand
hervorzu-
- treten.
Und dann dieser Ausdruck! Bei Minghetti
- der
kühle, etwas hochmütige Diplomat; bei
Gladstone
- eine
Art Wurschtigkeit u. behagliche Ruhe; bei
- Moltke
der scharfe Blick - daß er auf 2 Bildern
- ohne
Perücke dargestellt ist, werdet Ihr gelesen
- haben;
so schrecklich aber ist es nicht, daß man
den
- "personifizierten
Geiz" zu erblicken glaubt, wie
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