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27.12.1887 - Seite 13
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Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strasse 13
D-10787 Berlin
© 1997-2001
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Julius an die Eltern
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- vorzüglichem
Klang. Bisweilen gabs Wirrwar, aber
- man
kann ja nicht die höchsten Ansprüche
machen.
- Ich
lobte pflichtschuldigst mit und verhielt mich
über-
- haupt
in musikalischen Dingen etwas "inkognito".
- Nachher
gabs Bier und eine dickbreiartige weiße
süße
- Speise
(mein Magen hielt es aus, ist überhaupt
jetzt
- besser;
ich neige immer mehr der Ansicht zu, daß
- nicht
so sehr das Regenwetter als die damalige
- unverdauliche
Kost, besonders Abends, jene lang-
- wierige
Diarrhöe verursachte; es hat hier auch
- lange
geregnet, ohne daß ich schlimme Folgen
- verspürte,
aber ich habe ordentliche Kost). Ich
- vergaß
zu erwähnen, daß es am
Weihnachtsabend
- bei
Thimanns etwas ähnliches gab, Strietzel
ge-
- nannt,
aus Rahm, Zucker, zerquetschtem Weißbrot
- u.
Mohnkörnern zusammengesetzt u. sehr
angenehm
- zu
essen, das regelmäßige
Weihnachtsgericht. Noch
- einige
Frendwörter: Strippe = Kümmelschnaps;
- Stulle
= doppeltes Butterbrod mit Wurst dazw.;
ver-
- klammt
= verfroren; brrr = halt ! bei
Pferden.
-
- Nachher
zum Abendessen, das sehr reichhaltig
- aus
allerlei kaltem Fleisch u. Wurstspeisen,
Käse
- u.
Butter zusammengesetzt war. Gegen zehn
- Uhr
brach man auf, wir als die letzten.
Amüsiert
- habe
ich mich im Allg. gut, wenn auch die
Unter-
- haltung
bisweilen gar zusehr stockte.
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