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27.12.1887 - Seite 12
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Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strasse 13
D-10787 Berlin
© 1997-2001
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Julius an die Eltern
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- Bruder
Thimanns, der als Einj. gedient hatte, u. dem
- Einjährigen
W. - Nach dem alten Sprichwort "In vino
- veritas"
glaube ich auch hier so recht unverfälscht
- die
krasse Genußsucht u. brutale
Überhebung, die
- in
solchen Kreisen herrscht (der Alte war auch
Offizier)
- kennen
gelernt zu haben, ich lachte natürlich
- pflichtschuldigst
mit, glaube aber, daß auch
- anderen
als mir die Äußerung solcher
schönen Grundsätze
- nichts
weniger als sympathisch war.
-
- Nachdem
sich die Weingeister etwas gelegt
- hatten,
begaben wir uns in ein anderes Zimmer
- zum
Kaffee. Wir bildeten einen großen Kreis um
- ein
kleines Tischchen und jeder mußte seine
- Tasse
nebst Untertasse und Kaffee und Kuchen in der
- Hand
halten. Die Sächsin trank drei
- Tassen
mit großer Behendigkeit. Nicht minder
schnell
- ging
sonst ihr Schnabel, aber die (Chemnitzer)
Sprache
- ist
abscheulich, die a sind alle gedrückt, nahe
dem ä,
- kein
volles a: au klingt ebenso: flämn =
Pflaumen,
- mr
hämn gekäfft = wir haben gekauft; wie
gesagt
- ein
abscheulicher Dialekt; dem Pfälzer am
ehesten
- zu
vergleichen. - Nachher in das Zimmer, in
- welchem
der Christbaum und die Geschenke sich
be-
- fanden,
welche betrachtet wurden. auch spielten
- die
2 ältesten Töchter 4 händig, der
Papa beglei-
- tete
mit der Geige dazu, einem Instrument mit
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