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27.12.1887 - Seite 7
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Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strasse 13
D-10787 Berlin
© 1997-2001
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Julius an die Eltern
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- Abendandacht
beizuwohnen. "Wir" sind hier der ganze
- männliche
Hausstand, während Frau Thimann unterdessen
- die
Bescherung zusammenstellte. Es war ziemlich
kalt; wir
- mußten
einer hinter dem anderen her über die
weiße
- Schneedecke
wandern, weil der größere Teil des
Wegs
- wegen
dezimetertiefer Wagengeleise u. Löcher, die
fest-
- gefroren
od. mit Schnee ausgefüllt waren, nicht
begangen
- werden
konnte. Am schlechtesten sind die Wege im
- Dorf
selbst, abgesehen von der Staatschaussee;
dagegen
- machen
die Häuser im Allg. einen sehr freundlichen
- Eindruck.
Sie sind fast alle einstöckig, aus
Backstein
- mit
u. ohne Verputz, in diesem Fall aber wetterfeste
- glatte
Steine, nicht wie man sie bei uns oft sieht.
- Das
Dorf ist ziemlich weitschichtig gebaut, bei
jedem
- Haus
ein Gärtchen u. etwas Feld. Die Bewohner
sind
- meist
Tagelöhner, welche von den großen
Gutsbesitzern
- der
Umgebung abhängig sind, sofern Sie deren
Felder
- bestellen
etc., daneben einige Krämer und
Wirtshäuser,
- manche
davon überraschend geschmackvoll gebaut,
mit
- Halbpfeilern
u. Kapitälen, Gesimsen u. sonstigen
Ver-
- zierungen,
aber auch einstöckig. Daß die Wege so
- schlecht
sind, liegt an der Schwierigkeit, geeignetes
- Material
zum festeren Bau desselben ohne zu große
- Kosten
herbeizuschaffen; sonst aber macht das Dorf
- Zechin
u. mehr noch Letschin einen besseren Eindruck
- auf
mich als manches der unseren.
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