Julius Ruska


Briefe aus Berlin



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27.12.1887 - Seite 6

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Julius an die Eltern



jeden Eintretenden mit "Guten Morgen", Abends heißt es
"Babchen muß schlafen"; mit großer Zärtlichkeit wieder-
holt er die Worte "Na, mein Minzichen Babichen", womit
er selbst gemeint ist; wenn in der Unterhaltung eine
Pause eintritt ruft er dazwischen "Nu, was ist denn
los?"; am lebhaftesten pfeift und spricht er, wenn er allein
ist und im anstoßenden Zimmer die Unterhaltung gleich-
falls lebhaft im Gange ist. Auch im Flüsterton kann
er einiges sprechen. Ich hatte großen Spaß an dem
intelligenten Thierchen.
 
Am Samstag richteten wir den Christ-
baum her; dabei sah ich auch einiges Neue; verschie-
denfarbig bronzierte Tannenzapfen, große und kleine;
reichlich Verwendung der Metallfäden, die man auch
bei uns jetzt häufig sieht; u. etwas, was mir be-
sonders gut gefiel, obgleich es eine langwierige
u. mühsame Arbeit war: die Äste wurden mit
auseinandergezupfter u. feuerfest imprägnierter
Watte belegt, was täuschend ähnlich so aussah, als
wäre der Baum beschneit. Größere Lichter befestig-
ten wir durch Einschieben langer Kupferdrähte von
diesem Querschnitt: 0 in vorgebohrte Löcher am Stamm;
vorne trugen dieselben einen Halter.
 
Um 6 Uhr etwa machten wir uns auf den Weg
nach dem 20' entfernten Zechin, um dort einer