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27.12.1887 - Seite 5
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Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strasse 13
D-10787 Berlin
© 1997-2001
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Julius an die Eltern
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- Herde
Schafe, vier große und entsprechend viel
junge
- Schweine,
Tauben u. hübsche Hühner, Enten,
Jagdhunde,
- ein
Stier bilden das lebende Inventar. Nach der
- anderen
Hausseite hin ist ein Garten, teils
Zier-
- garten
mit einer Linde, Nußbaum, Kastanie,
allerlei
- Nadelhölzern,
auch mit Rebgeländen, die über den
- Winter
umgelegt u. eingeschlagen werden, teils
Ge-
- müsegarten.
Dann noch ein kleiner Teich u. ein
Stück-
- chen
Wald. Über die Blumen und das Fortkommen
- der
verschiedenen Pflanzen überhaupt erfuhr ich
im
- Laufe
des Gespräches allerlei merkwürdiges;
z.B
- daß
die Herbstzeitlosen als seltene Gartenblumen
- gehegt
werden, daß Stechpalmen wertvolle
Ziersträucher
- sind,
Fingerhut auch Gartenblume, Immergrün,
Maiblumen
- kommen
wild nicht vor - überhaupt unsere
Wald-
- blumen,
was eigentlich sich von selbst
versteht.
-
- Nun
muß ich einiges von dem Papagei sagen. Der
- übertrifft
an Drolligkeit u. Wortreichtum alles was
- ich
bisher kannte. Er kann nicht nur sprechen,
sondern
- auch
vorzüglich pfeifen,ahmt den Kanarienvogel
- nach,
der über ihm hängt, oder alle
möglichen Signal-
- pfiffe,
Anfänge von Melodien, auch eigener
Erfindung,
- u.
hat ein ausgezeichnetes musikalisches
Gehör; dann
- macht
er die Hühner und Enten nach, die
Frösche, die
- Katze
und einen Hund, den er "kleiner Wu !" oder
"kleiner
- Hund!"
ruft, wenn er ihn sieht, morgens
begrüßt er
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