Julius Ruska


Briefe aus Berlin



Hauptindex



27.12.1887 - Seite 4

zurück - Index - weiter




Kontakt
Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strasse 13
D-10787 Berlin

© 1997-2001



Julius an die Eltern



machen, wenn ich Euch sage, daß z. B. Thimanns Grenz-
bäume am Horizont noch zu erkennen sind nach
zwei Seiten hin. Mein Freund sagte mir, daß das
Gut noch keines von den größten sei u. gegen Posen
etc. hin fast immer ein oder mehrere Dörfer da-
zu gehören (wie es sich hier damit verhält, weiter
unten!); ich will des Zusammenhangs wegen jetzt
auf die Familie meines Freundes und die Beschreibung
des Bauernhofes etwas näher eingehen. Thimann
hat noch 3 Brüder, einen jüngeren, der in Frank-
furt/ O die Realschule besucht, u zwei ältere: der älte-
ste ist Pfarramtscandidat, der zweite wird das Gut
später übernehmen. Brüder wie Eltern machten auf
mich einen sehr biederen, soliden Eindruck, ganz im
Gegensatz zu einer anderen kurzlebigen Bekannt-
schaft - "doch ich will nicht vorgreifen". (Ich habe nämlich
allerlei erlebt, was ich mir nicht hätte träumen lassen). -
Das Wohnhaus ist 1 1/2 stöckig mit Veranda, im Äußeren einfacher
aber weit geräumiger als unser Bühler, besonders
breiter. Zum Hausinventar gehört ein grauer
Papagei, dem ich nachher ein Kapitel widmen werde.
- Lange Stroh- und Fruchtscheunen u. Remise
für Wagen grenzen einen Hof ab, in
den Ställen, die sehr geräumig und luftig
gebaut sind, stehen 8 Pferde (außerdem 5 junge);
etwa 16 Kühe u. zugehörige Kälber, eine kleinere