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27.12.1887 - Seite 3
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Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strasse 13
D-10787 Berlin
© 1997-2001
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Julius an die Eltern
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- zwischen
den Besitzverhältnissen bei uns in der
Rheinebene
- u.
hier in der endlosen Niederung der Oder, auch
weiter
- ost.
u. nordwärts. Einen Bauernstand wie bei uns
gibt
- es
nicht. Die ungeheuren Landstrecken zerfallen in
- entsprechend
große Güter, in deren Centrum der
- Hof
des Besitzers mit den weitläufigen
Oekonomie-
- gebäuden,
Garten etc . sich befindet. Alle viertel bis
- halbe
Stunden taucht ein solches in der Nähe der
Haupt-
- wege
auf, bisweilen auch eine Zuckerfabrik,
eigentlich
- nur
eine Abart: Der eine Besitzer pflanzte Getreide,
- der
andere Rüben, die er gleich verarbeitet.
Die Wege
- von
Gut zu Gut und zwischen den Dörfern sind
fast
- sämtlich
mit einer Art Weiden eingefasst, die sich
- weit
weicher verästeln als unsere Korbweiden und
- vor
allen Dingen größer werden, wie
Bäume mit
- niederen
Stämmen. Die Zweige werden abgehauen u.
- sind
das hauptsächlichste Brennholz für die
Gegend.
- An
den Chausseen sind auch Ahorne, Efeu etc.
- angepflanzt,
die natürlich nicht geköpft werden (es
- muß
hier Chausseegeld bezahlt werden; in gewissen
- Entfernungen
sind Schlagbäume, der Chausseewächter
- langt
das Geld vom Fenster aus vermittels einer A rt
- Klingelbeutel
zu sich herein). Die Grenzen der Güter
- werden
auch durch Wege gebildet u. sind also schon von
- weitem
zu erkennen; von der Größe der
einzelnen
- Güter
könnt Ihr Euch am leichtesten eine
Vorstellung
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