Julius Ruska


Briefe aus Berlin



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04.12.1887 - Seite 2

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Julius an die Eltern



Indessen sind solche auch reichlich vertreten und bedecken
vor allem Wände und Plafond von 2 Sälen - sind
genaue Nachbildungen u. von dem Großmeister der
ägyptischen Altertumsforschung Lepsius ausgegraben.
In einem 3. Saal sind an den Wänden wunder-
voll gemalte Ansichten merkwürdiger noch erhalte-
ner Bauwerke etc. aus Ägypten. Auf eine
nähere Beschreibung einzelner Gemälde kann
ich natürlich nicht eingehen, noch weniger bei den
eigentlichen die Kultur und das Leben der alten
Ägypter veranschaulichenden Bildern: gerade hier
geht durch die Beschreibung das charakteristische
vollständig verloren, man muß die Bilder vor sich
haben. - Eine Menge naiver Darstellungen
in Holz u. Stein findet man in der Abteilung
für mittelalterliche christliche Kunst; besonders alttesta-
mentliche, Adam u. Eva etc. wie die letztere aus
einer Rippe des A. gemacht wurde, usw. Ich habe
immer noch nicht Zeit gefunden, überall im
Museum herumzukommen; es wäre notwendig
sich oder die Zeit zu versechsfachen: Für Colleg,
deren Ausarbeitung, Privatarbeit, Bibliothek,
Museen, Stadt selbst, u. Theater etc. Was den
letzten Punkt anlangt, komme ich nicht weit
damit, eben weil ich nicht zugleich arbeiten
kann. Letzthin war ich in dem vielgerühmten Mikado,
wovon Ihr sicher im B T gelesen habt.