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18.11.1887 - Seite 6
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Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strasse 13
D-10787 Berlin
© 1997-2001
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Julius an die Eltern
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- hier
bedeutet "Dessert" soviel wie Käse. Nach
dem
- Rindfleisch
u. der Suppe, welch beide Dinge bei mir
- täglich
ohne Ausnahme wiederkehren sucht man
- sich
ein "Gemüse" heraus, zu dem man immer
et-
- was
Fleischiges, Wurstzipfel, Schinkenschnitte etc.
bekommt
- oder
"Braten", immer mit Kartoffeln. Das Ganze
- kommt
mit Bier etc. auf 80 Pf - 1 M; aber man
ißt nicht
- schlecht
und wird satt. Falls man nicht satt würde,
- ist
man "in der Wahl der Gänge nicht
beschränkt".
- Das
Restaurant ist schon ziemlich weit von der Univ.
- nach
Süden hin entfernt, nicht an den
Hauptver-
- kehrsadern,
deshalb im Verh. zu dem was man
- bekommt,
billiger als in nähergelegenen. Ich habe
- auch
schon einiges Neue kennengelernt:
Königsberger
- Klops,
Kasseler Rippespeer usw.
-
- Abends
zwischen 8 u. 9 bereite ich mir meinen
Cacao.
- Zum
Thee habe ich mich noch nicht entschließen
können
- u.
von allen Dingen ist Cacao das bequemste.
- Das
Abendessen kommt mich, wie ich aus einem
- 3
wöchentlichen Durchschnitt sehe, auf etwa
30 Pf;
- ich
werde also mit 1,20 täglich für das
Essen wie
- in
Heidelberg den Winter über, auch hier
reichen.
- Feuer
habe ich bis jetzt noch nicht gebraucht; das
- ist
ein großer Vorteil, weil hier nicht wie
sonst
- Kohlen
und Holz gekauft wird, sondern pro Tag
Feuerung
- 20
Pf bezahlt werden müssen. Es ist
nämlich neben
- dem
Zimmer eine Küche, auch geht das Fenster
auf
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