Julius Ruska


Briefe aus Berlin



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Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strase 13
D-10787 Berlin

© 1997-2001

Die Deutsche Hauptstadt 1887/1888
Eindrücke eines Zwanzigjährigen Studenten

Berlin übte auf Julius Ruska von anfang an eine besondere Faszination aus. 40 Jahre später kehrte er - unter völlig veränderten politischen und persönlichen Vorzeichen - als Universitätsprofessor mit seiner Familie in die Deutsche Hauptstadt zurück, nunmehr Leiter der Abteilung "Geschichte der Naturwissenschaften" des von
Paul Diepgen neu gegründeten "Instituts für die Geschichte der Medizin und Naturwissenschatften" an der Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universität). In Berlin studierten seine Söhne Ernst und Helmut, die Anfang der dreißger Jahre beide Wegbereiter des Elektronenmikroskops wurden - der eine als Erfinder und späterer Nobelpreisträger, der andere als erster wissenschaftlicher Anwender des Mikroskops, der u.a. erstmals die Viren sichtbar machte. Die Familie von Ernst Ruska schließlich ist ganz in Berlin seßhaft geworden. - Und diejenigen der Familie, die es hinaus in die Welt gezogen hat, sehen Berlin auch heute immer noch als ihr Zuhause an.

Neben der Vielfalt der geschilderten Eindrücke, dem subtilen Humor, mit dem Julius Ruska so manche hauptstädtische Eigenheit kommentiert, besticht vor allem die Klarheit und Modernität seiner Sprache. Läßt man die zeitgenössische Schreibweise außer Betracht, könnten die Briefe auch aus moderner Zeit stammen. Gerade diese Besonderheit ist es, die das damalige Berlin so lebendig wiederauferstehen ließ.

Viele auswärtige Studenten, die heute nach Berlin kommen, empfinden sicherlich ähnlich wie damals Julius Ruska. Heute, wo Berlin wieder Regierungssitz und Deutsche Hauptstadt ist, gewinnt diese Stadt eine ähnliche Faszinantion wie 1887.


Die Idee zu einer Gegenüberstellung der in Sütterlin-Schrift verfaßten Briefe mit einer Transskription in lateinischer Schrift, hatte Jürgen Ruska, der 1984 eine erste Transskription der Briefe seines Großvaters fertigte und wenige Bände auf Basis von Fotokopien an die Familie weitergab. Die hiesige Transskription wurde von Astrid Ruska in den Jahren 1996-1998 erarbeitet.