Julius Ruska


Briefe aus Berlin



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27.12.1887 - Seite 10

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Julius an die Eltern



Am Weihnachtstag machte die ganze Brüderschaft nebst
mir bei einem benachbarten Gutsbesitzer, einer Ein-
ladung folgend, Besuch; die Eltern fuhren anderswohin.
Unsere Fahrt dauerte etwa 40'; das ist hier "Nachbar-
schaft". Wir fuhren dabei eine ziemliche Strecke
auf dem Oderdamm, allein dieser ist beiderseits
soweit von der Oder entfernt, daß ich diese nicht
zu Gesicht bekam. Gegen 4 Uhr langten wir an
und trafen noch eine große Gesellschaft beisammen,
die ich erst einigermaßen schildern will, ehe ich auf
den weiteren Verlauf des Nachmittags eingehe.
Der Besitzer W., ein jovialer Herr, Fünfziger,
etwa mit Herrn v. Glaubitz vergleichbar; drei Buben
zwischen 8 - 13 Jahren, der älteste Obertertianer in Stettin;
ein einjähriger, strammer Bursch, gleichf. in Stettin
dienend, ein Töchterchen im Backfischalter u. zwei
ältere Töchter etwa 19 und 23, also eine sehr vielseitige
Familie. Dann aber (die Frau ist 4???) eine Großmutter,
Tante, ein Gymn. Lehrer von Stettin u. Frau, ein alter
Herr H. u. dessen Sohn nebst Frau - eine Sächsin -,
ein herziges kleines Mädchen von 4 - 5 Jahren mit
weichen goldblonden Locken, wessen Kind es war ,
weiß ich nicht mehr; - lauter Verwandte - noch ein Herr u. wir 5: im
Ganzen etwa 20 Personen.
 
Wir trafen die älteren Leute der Gesellschaft