Julius Ruska


Briefe aus Berlin



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04.12.1887 - Seite 5

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Julius an die Eltern



Auch in der Kunstgewerbeschule war ich wieder, dies-
mal um Schmucksachen, Bestecke, Dosen, Kämme,
kostbare Stoffe aus allen Zeiten u. Ländern
zu betrachten; zu der näheren Besichtigung der
unermeßlichen Sammlung von Porzellan, Glas-
und Silbergeräten bin ich immer noch nicht gek.
Für das ethnol. Museum werde ich morgen
eine Karte holen, die mir jeden Tag den Eintritt
verschafft (das Museum ist sonst nur Samstags und Sonntags
geöffnet); ich erlange diese Begünstigung als
Zuhörer Bastians des Direktors. Auch schon Demon-
strationen in dem feierlich eingerichteten Hörsaal
des Instituts, welcher sonst nicht benutzt wird, habe
ich mitgemacht im Anschluß an die Vorlesung;
da sah ich Assagais u. Schilde der Zulu, Bogen u.
kleine Giftpfeile der Buschmänner, Blasrohre der
Indianer und Gujana; winzige Bogen und Pfeile an-
derer südamerikanischer Indianer, Harpunen u.
Fischpfeile mit 3 Spitzen, Keulen, Morgensterne,
Steinbeile verschiedenster Form und Vollendung
von australischen Völkern, u. immer die genau
der Angriffswaffe entsprechend ausgebildeten
Schutzwaffen - beide hervorgehend aus den dem
Volk zu Gebote stehenden Naturerzeugnissen
u. modifiziert je nach der Art des Jagdtiers.
Aus diesen paar Andeutungen kann man