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18.11.1887 - Seite 2
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Ruska Familienarchiv
Ansbacher Strasse 13
D-10787 Berlin
© 1997-2001
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Julius an die Eltern
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- eine
stattliche Erscheinung. Neben ihm saß ein
General,
- eine
zweite Chaise folgte. Nach kurzer Zeit zeigte
eine
- Bewegung
unter den Schutzleuten u. weiter vorn
stehenden
- Zuschauern
an, daß sie zurückkamen; nun gings
in
- der
Richtung <--- auf dem kleinen Plänchen,
das ich
- Euch
zur Orientierung auch für die
Zeitungsansichten
- beigelegt
habe die Linden entlang: alles stiebt vor den
- Berittenen
auseinander, vereinzelte schwache
Hoch-
- rufe,
traurig genug, heben die allgemeine eisig
- kalte
Stimmung der Masse der Zuschauer noch mehr
- ins
Licht. Ja, es muß eine Wonne sein, sich
Zar
- von
Rußland nennen zu dürfen! Wenn man
- dieses
Heer von Polizisten gesehen hat, welches
für
- die
persönliche Sicherheit des allgeliebten
Herrschers
- aufgeboten
werden mußte, so wird man
unwill-
- kürlich
an ein anderes Bild erinnert, das sich
- jeden
Tag an derselben Stelle wiederholt; an die
- dichtgedrängte
jubelnde Menge, wenn sich der Kaiser
- beim
Vorüberziehen der Wache am Fenster zeigt.
- Und
man denkt an den Kronprinzen: gibt es wohl
- einen
größeren Gegensatz als er in diesen
beiden
- Männern
ausgedrückt ist ? Und der eine entgeht
- den
Nachstellungen seiner glücklichen
Unterthanen,
- obwohl
er wert wäre, zehnmal in die Luft gesprengt
- zu
werden - der andere, der Liebling und die
Hoffnung
- des
freisinnigen, unabhängigen Teiles unseres
- Volkes,
unterliegt einer tückischen Krankheit. Ich
- kann
mir kein schwereres Unglück denken, das
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