Julius Ruska


Briefe aus Berlin



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30.10.1887 - Seite 7

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Ruska Familienarchiv
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Julius an die Eltern



ich in der Auslage eines Uhrengeschäftes eine Uhr
äußerlich einem Wecker gleichend, die 400 Tage geht.
Was sie kostet, weiß ich leider nicht. - Dann möchte
ich von den neuentdeckten Denkmälern das des berühm-
ten Augenarztes Gräfe hervorheben, es hat etwa
die nebenstehende Form, steht an einer
Mauer, zwei Straßen treffen dort zu-
sammen; rechts und links schöne Reliefs
in Majolika, Gruppen von Kranken, die bei ihm
Heilung suchen (links) und gefunden haben (rechts) .
Welschkornstauden als Dekorationspflanzen im
Freien sind hier auch zu sehen. Ferner auf der
Spree in der Nähe des Schlosses viele weiße und
graue Schwäne (keine Gänse!) - In einer "Central-
markthalle" war ich auch einmal. Dieser Lärm,
und diese Massen von allerlei Eßbarem, die
hier aufgestellt sind! Von allen Seiten tönt
einem in die Ohren: "Groschen Liter Pflaumen,
Groschen Liter Birnen", das bedeutet, daß man
für 10 […] ein Maßen Zwetschgen od. Birnen bekommt.
Von dem was sonst gekauderwelscht wird habe
ich nicht viel verstanden. - Hier heißts merschten-
deels nicht "Bierhaus" sondern "Destillation";
man wird da wahrscheinlich auch Schnaps kriegen,
der hier in weit größerem Maß zum täglichen
"Brod" zu gehören scheint wie bei uns.
Bemerkenswert sind bes. Sonntags eine Menge