Julius Ruska


Briefe aus Berlin



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30.10.1887 - Seite 6

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Julius an die Eltern



Hauptrolle spielt, beginnt erst morgen (Montag).
Ich werde Euch im nächsten Brief über diese
u. alle anderen Geldangelegenheiten ausführlich
berichten; etwa in 14 Tagen. Von nächster
Woche an werde ich wohl ziemlich Zeit brauchen
für die ersten Briefe an verschiedene Heidel-
berger; ich habe bis jetzt außer an Euch und
Albert erst dem Max einen Brief geschrieben;
die Zögerung erklärt sich einfach dadurch, daß
ich diesen weniger über die Sehens- als über
die Hörenswürdigkeinen schreiben will, was
ich erst jetzt thun kann .
 
Es erübrigt mir noch, Euch mitzuteilen,
daß ich im Deutschen Theater der Aufführung
des Faust beigewohnt habe. Trotz des ungünstigen
Platzes, der mir über die Hälfte der Bühne
verdeckte, hat die Darstellung auf mich doch
einen außerordentlichen Eindruck gemacht; weni-
ger der Darsteller des Faust selbst als Mephisto
u. Gretchen. Das deutsche Theater ist nicht beson-
ders groß, gerade die Bühne scheint mir kleiner
als z. B. die in Mannheim oder Straßburg. Es
kann zwar auch Täuschung sein. In einem
Konzert der Philharmonie war ich auch einmal:
 
Nun noch einige zusammenhanglose
Kleinigkeiten, die ich mir aufgeschrieben habe,
um Sie Euch zu berichten. Also da entdeckte