Julius Ruska


Briefe aus Berlin



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14.10.1887 - Seite 5

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Julius an die Eltern



Von Brandenburg an bis Potsdam wird
die Gegend dadurch etwas mannigfaltiger,
daß man sehr oft an den Havelseen vor-
bei u. daran hinfährt, daß ferner Wälder
u. Hügel häufiger auftreten. Ich begreife
jetzt den Stolz der Berliner, einen "Berg"
in der Stadt zu haben. Brandenburg scheint
ein Nest zu sein, gegen das sich Potsdam
schon Großstadt nennen kann. Von P. durch
den Grunewald, einen wirklich schönen Forst
(Forlen), am „Schlachtensee" vorbei usw. nach
dem zool. Garten und von da über den Lehrter
Bahnhof (das ist wörtlich zu nehmen; alles
auf kolossalen eisernen Bogen) nach Bahn-
hof Friedrichstraße; und nun freuen wir uns
der überstandenen Reise.
 
Nachdem ich meinen Magen zum Schwei-
gen gebracht, begab ich mich zur Anmeldung
auf die Universität. Über die Fülle der
Eindrücke, die man in kurzer Zeit beim
Durchwandern der verschiedenen Straßen
erhält, läßt sich schwer etwas schreiben;
es ist zu viel auf einmal. Leider reg-
nete es von 4 Uhr an, u. ist auch heute