Solange
ich mit meiner Stammklasse in die oberen Regionen
aufrückte, machte mir neben dem Ausbau der
Mineralogie und Geologie die Ausarbeitung des
mathematischen Lehrgangs so viel Arbeit, dass für
zusätzliche Leistungen keine Zeit mehr blieb. Als
meine fünf Oberprimaner, die ich neun Jahre lang als
Schüler gehabt hatte, Ende Juli 1900 das
Reifezeugnis erhielten, trat die erste Entlastung ein.
Ich übernahm im Herbst eine neue Obersekunda, um sie
in Mathematik wieder bis Oberprima durchzuführen.
Zwei Jahre später sah ich mich in die damals
einsetzende Bewegung für die Erweiterung des
biologischen Unterrichts verstrickt.
An
der Beschränkung der Pflanzen- und Tierkunde auf die
unteren und mittleren Klassen hatte auch der neue
Lehrplan der Oberrealschule nichts zu ändern gewagt.
Da man aber wenigstens in den Lehrpensen den Forderungen
der Neuzeit entgegenkommen wollte, wurden in die Tertien
allerhand Lehrziele hineingetragen, für die die
Schüler weder die geistige Reife noch die
nötigen Vorkenntnisse besassen.
Dem
botanischen Unterricht hatte ich schon lange,
unbekümmert um den Wortlaut des Lehrplans, durch
Berücksichtigung biologischer und ökologischer
Gesichtspunkte, durch Einbeziehen der Sporenpflanzen und
durch botanische Ausflüge etwas mehr Leben
einzupflanzen begonnen. Auch die nun geforderte Anatomie
und Physiologie für Obertertia bot nach Einrichtung
eines besonderen Lehrzimmers mit Expermimentiertisch und
sonstigen Einrichtungen keine unüberwindlichen
Schwierigkeiten, wenn man sich auf bescheidene Ziele
einstellte.
Dass
aber in Untertertia die Wirbeltiere statt nach der von
Schmeil und anderen mit so viel Erfolg eingeführten
biologischen Betrachtungsweise nach den Gesichtspunkten
der vergleichenden Anatomie, mit Betonung der
Skelettlehre behandelt werden mussten, war ein Missgriff,
der nur aus einer gänzlichen Verkennung der
Schülerseele, als Verfügung vom grünen
Tisch zu erklären war. Das hiess doch
wissenschaftliche Fragen aufwerfen, die vielleicht in der
Geologie gestreift, oder in besonderen Stunden mit
Primanern besprochen, dem Verständnis von Tertianern
aber schwerlich mundgerecht gemacht werden
konnten.
Was
half alles Widerstreben? Es galt, sich mit den
Forderungen der Behörde abzufinden und das
Unmögliche möglich zu machen. Mit den
üblichen Leitfäden für Tierkunde war
nichts anzufangen, ich musste mir auch hier meinen
Lehrgang selber schaffen. Vernünftigen Sinn konnte
die vergleichende Anatomie doch bekommen, wenn man in
Anlehnung an die wissenschaftliche Zoologie die
Darstellung mit den Fischen begann und mit den
Säugetieren schloss, und wenn man sich nicht
scheute, auch die fossilen Reste der Wirbeltiere in den
Kreis der Betrachtung zu rücken.
In
dieser Weise hatte ich den Stoff gestaltet und einige
Jahre lang erprobt, als ein äusserer Anlass
Gelegenheit bot, meine methodische Arbeit den badischen
Kollegen zur Prüfung vorzulegen. Der Direktor wollte
dem Jahresbericht 1901/02 wieder eine Programmbeilage
mitgeben, und ich schlug vor, eine Skizze des Lehrgangs
drucken zu lassen, die zur Erleichterung des Unterrichts
auch den Schülern in die Hand gegeben werden
könnte. So kam das Heft zustande, das ich 1902 unter
dem Titel "Die Wirbeltiere, nach den Anforderungen des
Lehrplans der badischen Oberrealschulen"
veröffentlichte. Das Interesse an dem Programm war
so lebhaft, dass schon 1903 ein Neudruck nötig
wurde, um die Nachfrage zu befriedigen. Ich bot das Heft
dem Verlag E. Nägele in Stuttgart an, der damals die
Schmeil'schen Bücher herausgab, und konnte die neue
Ausgabe nun auch mit einigen Schmeil entnommenen Bildern
schmücken. Das blieb so bis zur vierten Auflagen,
die infolge einer 1912 angeordneten Änderung des
Lehrplans zu einer "Tierkunde in aufsteigender
Darstellung" erweitert werden musste. Jetzt konnte ich
dem Leitfaden endlich auch eigene Abbildungen beigeben,
die dem Inhalt besser angepasst waren. Etwa 80 Figuren
zeichnete ich selbst, weitere 60 stellte R. von Hanstein
aus seiner "Biologie der Tiere" zur Verfügung; die
Bilder ausgestorbener Arten durfte ich L. Reinhardts
bekanntem Werk "Vom Nebelfleck zum Menschen" entnehmen.
Die letzte Auflage erschien 1921, aber den durch
Verlegung der Biologie in die Oberklassen notwendig
werdenden Änderungen konnte das Buch nicht mehr
angepasst werden. Ich hätte es vollständig neu
schreiben müssen, doch dafür war es längst
zu spät für mich. Als das Buch seine Dauerform
erreicht hatte, war es auch schon fossil geworden.
Die
Wirbeltiere nach vergleichend anatomischen
Gesichtspunkten zu betrachten, war eine rein badische
Angelegenheit gewesen. Ausserhalb unserer
Grenzpfähle wohnten aber auch noch Leute, die sich
mit den Fragen des naturkundlichen Unterrichts
beschäftigen. Auf der 1901 zu Hamburg tagenden
Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte hatte
Fr. Ahlborn zum ersten Mal grundsätzlich die
Erweiterung des biologischen Unterrichts an den
Höheren Schulen gefordert. Die Verhandlungen hatten
zur Annahme von neuen Thesen geführt, die - mit
zahlreichen Unterschriften versehen - allen massgebenden
Kreisen zur Kenntnis gebracht wurden. Eine neue
Zeitschrift "Natur und Schule" stellte sich die Aufgabe,
zum Sammelpunkt aller Reformbestrebungen zu werden.
Eingaben an die Unterrichtbehörden forderten die
Einführung des biologischen Unterrichts in die
Oberklassen aller Höheren Schulen. So weckte der
Lärm endlich auch in Karlsruhe die Lammstrasse auf.
Man erfuhr, dass im Mai 1903 eine Direktorenkonferenz
stattfinden sollte, die unter anderem auch die Zelle des
naturwissenschaftlichen Unterrichts an den Realanstalten
zu erörtern hätte. Nun schien mir der
Augenblick gekommen, in den Südwestdeutschen
Schulblättern auf die Entwicklung der Dinge im
"Ausland" hinzuweisen. Ich veröffentlichte zwei
Aufsätze, in denen ich den Widersinn der geltenden
Lehrpläne darlegte und dagegen Einspruch erhob, dass
nur dem Religionslehrer das Recht zustehen solle, vor
Oberprimanern über Darwinismus zu reden.
Über
die Ergebnisse der Konferenz wurde tiefstes Schweigen
gebreitet. Man hörte nur, dass sie zu einer Reihe
von sehr wertvollen Resolutionen gelangt sei. Niemand
wusste, ob sich diese auch auf die Naturwissenschaften
bezogen. So unternahm ich 1904 nach Erscheinen der
bekannten Verworn'schen "Beiträge" 1) einen neuen
Vorstoss2). Was ich damals schrieb, klingt heute - nach
dreissig Jahren - noch so frisch und zeitgemäss,
dass ich mir nicht versagen kann, ein paar Stellen aus
dem Aufsatz auch hier wiederzugeben.
"Keine
Wissenschaft der Welt kann uns die Tatsache der
Schöpfung erklären, keine noch so geniale
Kombination von Bewegungen materieller Atome löst
uns das Rätsel des geistigen Lebens - vor der
Unermesslichkeit des Sternenhimmels wie vor der Tatsache
des Bewusstseins biegt sich im Gefühl der Ohnmacht
auch der kühnste Menschengeist. Und wenn sich dieses
Gefühl auch "mit ein bisschen anderen Worten"
äussert als anderwärts, wenn sich die beiden
Weltbilder, dass der Wissenschaft und das des Glaubens,
nicht völlig decken, müssen dann die Vertreter
des Glaubens gleich den Staat und die Polizei im Hilfe
rufen. Es zeugt von wenig Zuversicht und Vertrauen auf
die eigene Sache, wenn äussere Machtmittel gegen den
Verfall gewisser Traditionen angerufen werden. Ein
solches Mittel ist aber auch die hartnäckige
Ausschliessung der Diskussion entwicklungsgeschichtlicher
Probleme von der Schule. Nur der Religionslehrer hat
hierin bekanntlich volle Freiheit; der Naturforscher hat
zu schweigen. Ich glaube, unsere Primaner haben Anspruch
darauf, dass ihnen auch gesagt wird, wie die Wissenschaft
die Fragen des Daseins zu lösen versucht; die
Verhöhnung der "voraussetzungslosen Wissenschaft"
steht denen schlecht an, die unter Behauptung eines ihnen
zuteil gewordenen höheren Wissens unbedenklich im
Wunderland des Glaubens und Aberglaubens verweilen.
Mancher
ist vielleicht geneigt, diese Ausführungen mit
Achselzucken als inopportun zu bezeichnen und die
schöne Maxime zu empfehlen, dass man derartiges zwar
denken kann, aber nicht schreiben soll. Ich glaube, der
würdigere, weil aufrichtigere Standpunkt ist der,
auf das Doppelgesicht unserer Zeitbildung hinauszuweisen
und die Notwendigkeit einer Verstärkung des
wissenschaftlichen Rüstzeugs unserer Abiturienten
mit allem Nachdruck zu betonen."
Es
verging ein weiteres Jahr, ich hatte mich inzwischen auch
zu spezielleren Fragen der naturwissenschaftlichen
Lehrpläne, insbesondere zu dem Vorschlag einer
Eingliederung der Biologie in die Chemie der Oberklassen
geäussert, da kam von Direktor Keim, dem
Vorsitzenden des Badischen Vereins, die Anfrage, ob ich
bereit wäre, auf unserer Jahresversammlung in
Heidelberg 1906 über den Stand der Dinge einen
Vortrag zu halten.
Als
Redner aufzutreten, lag mir ganz und gar nicht, aber es
gab kein Ausweichen. Es galt, für die neuen
Forderungen mit aller Entschiedenheit einzutreten und sie
einem Hörerkreis, der zu drei Vierteln aus
Philologen bestand, mundgerecht zu machen. Ich war mit
dem Entwurf gerade fertig geworden, als ich die Reise zur
Neuphilologenversammlung nach München antreten
musste. Am Pfingstsonntag diktierte ich in Bregenz,
während draussen der Regensturm an die Fenster
schlug, meinem Bruder Otto den Vortrag in die
Schreibmaschine. Acht Tage später stand ich vor
versammeltem Kriegsvolk in der Turnhalle des Heidelberger
Gymnasiums.
Die
Versammlung war auf zwei Tage bemessen. Der Freitag blieb
Besichtigungen und Ausflügen vorbehalten, am Samstag
fand die Hauptversammlung statt. Nach den üblichen
Begrüssungen sprach erst Albrecht Dieterich, der
Nachfolger Erwin Rohdes, über die Entstehung der
griechischen Tragödie. Dann berichtete der
Vorsitzende über Schul- und Standesfragen, die im
Lauf des Jahres in der Öffentlichkeit und auf
Konferenzen behandelt worden waren. Als dritter Redner
folgte Prof. Brandt mit einem Bericht über die von
dem Archäologen F. v. Duhn geführte
neunwöchentliche Studienreise badischer
Altphilologen. Es wird genügen, die Stationen Wien,
Budapest, Bukarest, Konstantinopel, Troja, Pergamon,
Smyrna, Ephesus, Magnesia und Milet, Athen, Korinth,
Kreta, Delphi, Olympia, Korfu, Tarent und Neapel zu
nennen, um einen Begriff von der Grösse des
bereisten Gebiets, zugleich aber auch eine Vorstellung
von der Freigebigkeit der Badischen Regierung zu geben.
Es
war notwendig, eine Pause einzuschalten, damit die bis in
alle Tiefen aufgewühlte Hörerschaft sich wieder
beruhigen konnte. Alles drängte ins Freie, um Luft
zu schöpfen und sich auszusprechen. Als ich endlich
zu Wort kam, war es schon zwölf Uhr vorüber.
Der Anfang der Rede ging in dem Lärm der immer noch
in die Halle zurückströmenden
Versammlungsteilnehmer unter. Endlich gelang es Herrn von
Duhn, der als Ehrengast zugegen war, Ruhe zu schaffen. Es
waren peinliche Augenblicke, aber ich merkte dann doch,
dass ich die Versammlung zu fesseln begann. Ich hatte das
Thema in die Frage gekleidet: "Warum ist die Erweiterung
und Vertiefung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an
den Höheren Schulen ein Erfordernis unserer Zeit?"
Meine Ausführungen waren ein stolzes Bekenntnis zur
modernen, auf die Leistungen der gesamten
Naturwissenschaft gestützten Weltansicht, eine
grundsätzlich Abrechnung mit der Vergangenheit, wie
sie vor einem hauptsächlich aus Philologen
zusammengesetzten Hörerkreis noch nie gewagt worden
war.
"Die
Beschaffung der leiblichen Bedürfnisse der
wachsenden Bevölkerung, die Verteilung der Produkte
der Landwirtschaft und Industrie an die
Verbrauchsstellen, der internationale Verkehr, die
militärische Sicherung unseres Vaterlandes,
insbesondere auch der Schutz unseres überseeischen
Handels, ohne den die elementarsten Bedingungen unserer
Existenz in Frage gestellt wären, nötigen zur
ausgedehntesten Benützung naturwissenschaftlicher
Erkenntnisse und technischer Einrichtungen.
Man
mag die Industrialisierung Deutschlands beklagen, aber
man kann sie nicht aufhalten; man mag mit wehmütigen
Gefühlen an die vergangenen Zeiten
zurückdenken, wo noch keine Fabriken und
Eisenbahnen, oder gar Automobile den friedlichen
Bürger störten, aber man wird dadurch die
unerbittlichen Forderungen des gegenwärtigen Lebens
nicht aus der Welt schaffen. Der wirtschaftliche
Wettbewerb wird immer schärfer, unsere Weltstellung
immer schwieriger; wenn wir nicht auf dem Posten sind,
wenn wir uns von anderen Nationen ebenso durch
wissenschaftliche Leistungen und deren Anwendungen
überflügeln lassen, wie wir auf anderen
Gebieten schon überholt und in eine ungünstige
Lage gedrängt worden sind, so gehen wir einer
schweren Zukunft entgegen. Wissenschaft und Technik sind
in dem Ringen der Völker auf der immer enger
werdenden Erde die wichtigsten Waffen, die Existenzfrage
die erste und wichtigste Frage. Die Abhängigkeit
unserer wirtschaftlichen und politischen Existenz von dem
Fortschritt der Wissenschaft wird uns nicht nur
nötigen, immer mehr Kräfte in den Dienst dieser
angewandten Wissenschaft zu stellen, sie verlangt auch
von allen, die berufen sind, einmal in irgend einer
leitenden Stellung Einfluss auf die Gestaltung unseres
öffentlichen Lebens auszuüben, einen offenen
Sinn für die treibenden Kräfte, ein
teilnehmendes Verständnis für die positive
Arbeit, durch die unsere wirtschaftlichen und sozialen
Verhältnisse umgestaltet worden sind. Unter diesem
Gesichtspunkt ist eine bessere Ausrüstung mit dem
naturwissenschaftlichen Wissen unserer Zeit vor allem
für diejenigen notwendig, die ihr Beruf nicht an
sich schon auf dieses Feld führt, die aber in allen
möglichen Fragen des praktischen Lebens die
Entscheidung zu geben pflegen, also vor allem für
die künftigen Verwaltungsbeamten,
Nationalökonomen, Richter und Anwälte. Und da
gewiss auf lange Zeit hinaus vom Gymnasium die
überwiegende Anzahl der künftigen Juristen
kommen wird, so wird eben auch das Gymnasium einer
Erweiterung der naturwissenschaftlichen Bildung
Zugeständnisse machen müssen."
Den
Hauptinhalt der Rede bildete die Auseinandersetzung mit
dem wissenschaftlichen Kirchenglauben. Von der
Umgestaltung des Weltbildes durch Kopernikus, Kepler und
Newton ging ich zur Physik und Chemie, zur Geologie und
zur Biologie über. Die Begründung der
geologischen Zeitrechnung, der Nachweis des Zusammenhangs
alles Lebens, die Aufdeckung der Vor- und Urgeschichte
des Menschen - das ist das fundamental Neue, was das
neunzehnte Jahrhundert als seinen Beitrag zur Lösung
des Welträtsels dem alten Erbe von Erkenntnissen
hinzugefügt hat.
Man
kann vor dieser unbequemen Tatsache die Augen
verschliessen, wie jene Gegner Galileis, die es
ablehnten, durch sein Fernrohr nach den Planeten zu
sehen, aber man kann die Erkenntnis, die einmal da ist,
nicht mehr aus der Welt schaffen. Die Idee der Evolution
hat unsere ganze Weltanschauung wie ein Sauerteig
durchdrungen, sie ist ein Gedanke der alles in seinen
Bannkreis zwingt. Und so gut wir verlernt haben, die Erde
als den Mittelpunkt der Welt zu betrachten, als der sie
doch für unsere unmittelbare Wahrnehmung erscheint,
so gut werden wir auch aufhören müssen zu
glauben, dass der Mensch in einem bestimmten Augenblick
als ein vollkommenes Wesen auf die Erde gesetzt worden
ist. An die Stelle des Paradieses und der Arche Noah ist
die Erkenntnis getreten, dass die Menschheit auf einem
unermesslich weiten Weg voller Arbeit und Mühsal
sich aus niederen Ursprüngen zu der Kulturhöhe
emporgearbeitet hat, auf der sie heute steht, und die
zukunftsfrohe Hoffnung auf weitere
Vervollkommnung.
Der
Bericht der Redaktion vermerkt, dass eine Diskussion sich
nicht anschliessen konnte, "obwohl manche
Ausführungen auf entschiedenen Widerspruch
stiessen". Ich hatte die Kreise herausgefordert, die
bisher das Monopol auf Bildung und Weltanschauungsfragen
besessen hatten, und ich habe Grund zu der Annahme, dass
man mir dies entsprechend angekreidet hat. Denn wenn das
badische Ländle auch als liberaler Musterstaat galt,
so verstand das Zentrum doch in Schulangelegenheiten
keinen Spass, hier hatten die Dunkelmänner die
Zügel in der Hand.
Erfreulicher
war der Widerhall, den der Vortrag da fand, wo man den
Naturwissenschaften weniger befangen gegenüberstand.
Der Herausgeber der naturwissenschaftlichen Wochenschrift
sprach den Wunsch aus, meine Ausführungen durch
erneuten Abdruck in seiner Zeitschrift weiteren Kreisen
zugänglich zu machen, und als dies geschehen war,
erbat sich auch der Vorsitzende des Vereins Deutscher
Ingenieure die Erlaubnis zum Abdruck der Rede. Mit
solcher Anerkennung konnte ich mich für die
Anrempelungen in den klerikalen Winkelblättchen
entschädigt halten. Auch die persönliche
Zuschriften, die mein Eintreten für die Sache der
modernen Bildung begrüssten, machten mir grosse
Freude.