Auch
Frau Premm sah sich aus irgendwelchen Gründen
veranlasst, ihren Betrieb aufzugeben. Sie empfahl mich an
eine Frau Eckstein, die bereit sei, einen einzelnen
Studenten ins Haus zu nehmen. Was konnte mir lieber sein
als die Aussicht, endlich einmal mein eigener Herr zu
sein! Noch ehe die Ferien begannen, war die Zustimmung
der Eltern eingeholt, und der Handel abgeschlossen. Frau
Premm hätte mir keine grössere Wohltat erweisen
können, und ich verzieh ihr gern alles, was mir den
Aufenthalt unter ihrem Dach verleidet hatte.
Ich
kam in eine Familie, die mich wie das eigene Kind
behandelte. Herr Eckstein war einer der drei Wallmeister,
die sich in die Baugeschäfte der Festung zu teilen
hatten und dem Major Huene unterstellt waren. Ein
stattlicher Mann mit blondem, lichtem Haar und klugem
Gesicht, gewann er in den ersten Tagen schon durch seine
freundliche und doch bestimmte Art mein Herz. Die Frau,
klein sehr rundlich und doch sehr lebhaft und beweglich,
war eine Seele von Studentenmutter und hatte offenbar die
Absicht, mich nach allen Regeln der Kunst
herauszufüttern. Dazu kam die Tochter Anna,
fünfzehn Jahre alt, mit allen Reizen ihres Alters
geschmückt, und ein kleiner struwweliger Hund, der
auf mich keinen tieferen Eindruck machte und ein
fröhlicher Kanarienvogel.
Die
Wallmeister waren bautechnisch ausgebildete
Militärs, etwa im Rang von Feldwebeln, die
Schleppsäbel trugen und eine Uniform mit
schwarzsamtenen Aufschlägen besassen. Sie hatten
alle Pläne für Änderungen und
Instandsetzungen der Festungsanlagen zu bearbeiten und
ihre Ausführung zu überwachen. Die
Materialkammern, die technischen Büros und die
Wohnungen der Wallmeister befanden sich im
Haupt-Festungsbauhof, einem langgestreckten alten
Gebäude hinter der Kommisbäckerei, zwischen dem
Friedhof und den Gärten des Gymnasiums. Der Hof
selbst war von zwei Seiten durch Tore zugänglich,
die unter militärischer Bewachung standen. Im Sommer
wurde um 10 Uhr im Winter um 9 Uhr geschlossen. Wenn ich
später nach Hause kam und den Torschlüssel
vergessen hatte, musste ich mit der Wache verhandeln,
dass ich eingelassen wurde; von der anderen Seite her
konnte man auch über das Gittertor
klettern.
Mein
Zimmer war klein, aber gross genug für meine
bescheidenen Ansprüche. Wenn ich ans Fenster trat,
konnte ich die Gärten des Gymnasiums, dieses selbst
und den nördlichen Teil des Schlosses
überschauen. Wenn ich in die Stadt wollte, standen
zwei Wege frei: der schönere führte über
den Exerzierplatz durch das Schloss und den Schlosshof,
der andere die enge Strasse hinab, an Garten- und
Gefängnismauern vorbei zur Bernhardus Kirche. Das
Gymnasium war in wenigen Minuten zu erreichen.
Ich
kannte nun die Stadt in allen ihren Teilen und in hundert
Einzelheiten, doch nur in ihrer gegenwärtigen
Erscheinung, mit ihrem durch Soldaten und Studenten
bestimmten Leben und Treiben. Ohne jede Ahnung von ihrer
Geschichte, ohne Verständnis für den das
Stadtbild beherrschenden gewaltigen Schlossbau. Kunst-
und baugeschichtliche Fragen lagen nicht im Gedankenkreis
eines Sekundaners; aber selbst wenn ich gefragt
hätte, wären mir aus meiner Rastatter Umgebung
nicht viel Auskünfte über die ältere
Geschichte der Stadt zugeflossen. Nur die grosse
Sünderin Sibylla, die Erbauerin der Favorite, spukte
als mythische Gestalt in meinem Kopf, da wir jeden
Sonntag, wenn wir die Kirche besuchten, über die
Steinplatte schritten, deren Inschrift die Gläubigen
zum Gebet für ihre arme Seele auffordert.
Als
Stadt ist Rastatt wie Karlsruhe und Mannheim die
Gründung eines Fürsten gewesen. Ich will nicht
die ganze badische Geschichte aufrollen, aber ich muss
doch daran erinnern, dass 1535 die alte Markgrafschaft
durch Erbvertrag in die Linien Baden-Baden und
Baden-Durlach geteilt wurde, die sich im Gefolge der
Religionswirren dann auch bekenntnismässig schieden.
Während der katholische Markgraf Ludwig Wilhelm, der
Türkenlouis, für den Kaiser gegen die
Türken kämpfte, liess Ludwig XIV, der
allerchristlichste König und Mordbrenner, die Pfalz
und Baden verwüsten. Wie Heidelberg und Mannheim, so
wurden Durlach, Baden, Rastatt und andere Städte
niedergebrannt. Erst nach dem Frieden von Ryswik 1697
konnte der Markgraf endgültig in seine Heimat
zurückkehren, und nun wurde sofort auch der Bau
einer neuen Residenz in Angriff genommen. "Der um 1700
fixierte Typus eines fürstlichen Herrschersitzes der
Barockzeit ist das mit seinen Flügeln weit
ausladende Schlossgebäude am Rande der Stadt, das
mit seinen Höfen sich gegen diese öffnet, mit
der Stadt abgewandten Seite in engste Beziehung zum
weiten Garten steht. Wenn auch nicht im grössten
Massstab, so doch in fast vollkommener Klarheit der
Absicht haben wir eine solche Residenzanlage in Rastatt
vor Augen." (Badische Heimat, Jahresheft 1928: Karlsruhe.
S.54).
Die
reichen Einkünfte, die der jungen Markgräfin
Augusta Sibylla aus ihrem böhmischen Besitz
zuflossen, gaben die Mittel, Domenico Rossi entwarf die
Pläne für den Schlossbau. Von 1698 wurden auf
dem Gelände des niedergebrannten Dorfes die neuen
Strassen der Residenz angelegt, auch die Art der Bebauung
war genau vorgeschrieben. So entstand das heute noch
erhaltene Gesamtbild der Innenstadt, mit der vom Schloss
zur Murr hinabführenden Schlossstrasse und der
später durch Pfarrkirche und Rathaus in Plätze
zerlegten Hauptstrasse, die die Schlossstrasse
kreuzt.
Im
Jahre 1707 stirbt der Markgraf und Augusta Sibylla
übernimmt für ihren vierjährigen Sohn
Vormundschaft und Regierung. Sie war 1690 mit 15 Jahren
dem Markgrafen angetraut worden; sechs ihrer Kinder waren
in jungen Jahren an Blattern gestorben, von den
verbleibenden drei der Erbprinz Ludwig Georg erst vier
Jahre alt. Unter ihrer Regierung wurde die
Bautätigkeit am Schloss mit einheimischen
Kräften weitergeführt. Sie erbaute 1710-14 als
Sommersitz das Schlösschen Favorite, stiftete 1715
zur Erinnerung an den Rastatter Frieden die
Einsiedler-Kapelle und begann 1719 den Bau der Hofkirche,
jenes herrlich Barockbaues, in dem sie nach ihrem Tode
1733 beigesetzt wurde. Neben die Bauten trat gleichzeitig
die Ausgestaltung des Schlossgartens und des Parks, der
sich weit über das Gelände im Osten und Norden
des Schlosses ausdehnte und durch die Mannigfaltigkeit
seiner Anlagen von weither Besucher an sich zog.
Hätte ich gewusst, dass der alte Festungsbauhof, in
dem ich wohnte, einst die Orangerie beherbergt hatte, so
wäre mir mein neuer Wohnsitz noch viel romantischer
erschienen.
Als
Ludwig Georgs Sohn noch als Kind starb, musste des
Markgrafen jüngerer Bruder Georg August, um den
Besitz der Familie zu sichern, die geistliche Laufbahn
aufgeben. Er folgte seinem Bruder 1761 in der Regierung,
starb aber ebenfalls ohne männliche Nachkommen, und
so fiel das altbadische Land 1771 an Baden-Durlach.
Rastatt verlor seine bisherige Bedeutung, das glanzvolle
Hofleben erlosch, die Behörden wurden aufgehoben
oder nach Karlsruhe verlegt. Was von Karl Friedrich, dem
späteren Grossherzog für die Stadt getan wurde,
konnte ihren Rückgang nicht aufhalten. Als gar
Moreau 1796 die Stadt beschiessen und plündern
liess, brach Panik und Verzweiflung aus. Der Rastatter
Kongress mit seinen glänzenden Festen und seinem
liederlichen Leben brachte wohl Geld aber wenig Segen in
die Stadt.
Bei
den Pariser Friedensverhandlungen im Jahre 1815 hatten
sich die Grossmächte geeinigt, von der
französischen Kriegsentschädigung 60 Millionen
Franken zur Verstärkung der Verteidigungslinie der
Grenzländer zu verwenden; davon sollten 20 Millionen
Franken zum Bau einer Festung am Oberrhein bestimmt
werden. Das Geld bekam Amschel Rothschild in Frankfurt
zum Aufheben. Zinsen dafür zu zahlen hielt er nicht
für notwendig, doch bequemte er sich unter dem Druck
der öffentlichen Meinung endlich zu einem
Zugeständnis. Er zahlte zunächst einhalb
Prozent, und ging zuletzt bis auf zwei Prozent hinauf.
Wenn er Geld auslieh, musste man es teurer
bezahlen.
Eine
grosse Militärkommission aus Vertretern der
süddeutschen Staaten bestimmte 1819 Rastatt zur
künftigen Bundesfestung. Es dauerte nur noch 22
Jahre, bis der deutsche Bundestag den
Bundeskriegsausschuss beauftragte, den Bau zu beginnen.
Er wurde dann Ende 1842 wirklich in Angriff genommen und
mit etwa 20000 Mann für Steinbruch- und Bauarbeiten
verhältnismässig rasch durchgeführt. Damit
war das Schicksal der Stadt besiegelt. Ihre Entwicklung
musste zum Stillstand kommen, da sie von
Festungswällen umschlossen weder wachsen noch an dem
wirtschaftlichen Aufschwung des Landes teilnehmen konnte.
Sie war als Garnisonsstadt ein Gefängnis für
alle, die darin wohnen mussten.
Um
die Geschichte des Gymnasiums zu verfolgen, müssen
wir wieder zur Markgräfin Sibylla zurückkehren.
Sie hatte schon 1715 aus Böhmen sechs
Piaristenväter nach Rastatt berufen, um ihnen die
Unterweisung der Jugend von den Elementen bis zu den
lateinischen Klassen der Rhetorik und erforderlichen
Falls der Philosophie anzuvertrauen. Da der geplante
Klosterbau in folge von Geldschwierigkeiten
zurückgestellt werden musste, wurden Lehrer und
Schule im Schloss untergebracht, bis Ludwig Georg in den
Jahren 1738-45 der Hofkirche gegenüber das Piari
Gebäude errichtete, das bis zum Jahre 1808 den
Piaristen als Schule und Kloster, und nach Aufhebung des
Ordens dem Staat bis heute als Lyzeum und Gymnasium
gedient hat. Wer sich für weitere Einzelheiten
interessiert, sei auf die untenverzeichneten Werke
verwiesen.*)
Hier möchte ich nur noch ein paar Rastatter
Studenten zu Wort kommen lassen, die in ihren
Erinnerungen der Städte gedenken, wo sie wie ich
entscheidende Jahre ihrer Entwicklung durchlebt
haben.
In
die Zeit von Joseph Loreyes Direktion, als es noch keine
Eisenbahnen gab und Rastatt noch keine Festung war,
fallen Alban Stolzens acht Studienjahre (1819-1827). Sein
Vater, der Apotheker, hatte ihm gedroht, wenn er nicht
studieren wolle, müsse er ein Handwerk lernen. Das
brachte den verängstigten Buben endlich auf die
Beine, und er wanderte den Weg zwischen Bühl und
Rastatt eben so regelmässig hin und zurück wie
ihn andere später im Personenzug durchfuhren.
Rastatt war damals von prachtvollen Eichenwäldern
umgebe, und wenn der junge Alban aus dem Wald bei
Niederbühl heraustrat, stand in ruhiger
Majestät das Schloss vor seinen Augen. Er wohnte
während seiner ganzen Studienzeit im Schloss selbst
beim Schlossverwalter Krämer, der einer ganzen Rotte
von Pensionären in den öden Räumen
Unterkunft gab. Was Stolz über sein Leben in Rastatt
erzählt, ist ziemlich dürftig, wir erfahren
aber, dass er schon in jungen Jahren ein exaltiertes
Tagebuch schrieb und dass "jede Ader seiner Seele" mit
Eitelkeit vergiftet war. Ein schwärmerisch und
selbstquälerisch veranlagter junger Mensch, der nach
seiner damaligen Meinung ein Dichter oder ein Narr werden
musste, ist er bis an sein Lebensende nicht ganz aus
diesem Zwiespalt herausgekommen.
Anschaulicher
weiss sein Biograph und Studiengenosse Hägele
über das Rastatter Leben zu erzählen. Er
schildert den lebhaften Fracht- und Reiseverkehr, der die
Stadt durchzog und den Wirtshäusern Tag und Nacht
ganze Heerlager von Rossen und Fuhrleuten zuführte.
Auch die Soldaten und Studenten brachten Geld in die
Stadt; das Lyzeum galt unter Loreye als das beste im
Lande.
Eine
von sauberen Wegen durchzogen, von Kastanienalleen
umgebende Grasfläche war der letzte Rest der einst
so berühmten Gartenanlage. Nachdem Rastatt Festung
geworden war, wurde sie in einen Exerzierplatz verwandet,
und wie der grösste Teil der Alleen, so mussten auch
die riesigen Zedern an der Orangerie, die der
Türkenlouis mit eigener Hand gepflanzt hatte, dem
Kriegsmoloch zum Opfer fallen.
Über
Loreyes fünfzehnjährige segensreiches Wirken
kann man sich aus der Fest-Schrift unterrichten. Ich
entsinne mich, wie erstaunt ich war, als ich auf der
lateinischen Gedenktafel in der Aula die Worte
las:
Nat.
Malbergae IX Cal. Jul. A. MDCCLXVII.
Loreye
war ein Landmann meiner Mutter und gerade 100 Jahre vor
mir geboren. Er starb im Jahre 1844, eine Stiftung
für Söhne von Malberger Familien ist auch
meinen Eltern noch zu gut gekommen.
Von
der Militärmeuterei im Jahre 1849 hat ein geborener
Rastatter, der spätere Dekan Förderer, der als
Primaner überall dabei war, erschütternde und
heitere Erlebnis veröffentlicht. Das Büchlein
enthält auch die älteste Nachricht über
die Rastatter Verbindungen, die mir bekannt geworden ist.
Die Markomannen trugen damals weisse, die Alemannen rote
Mützen. Die rote Farbe wäre ihren Trägern
beinahe schlecht bekommen, denn sie wurde von den
Preussen, die Rastatt besetzt hatten, als Zeichen
revolutionärer Gesinnung betrachtet.
Auf
Hansjakobs Schilderung des Rastatter Lebens werde ich an
anderer Stelle zu sprechen kommen. Hier will ich nur den
Betrachtungen Raum geben, die er an einen Besuch
knüpft, den er der Stadt 20 Jahre später als
Abgeordneter gemacht hat. Wie hatte sich ihm alles in
Bitterkeit und Galle gewandet, und wie wenig war von der
unbändigen Lebenslust geblieben, die ihn durch die
Rastatter Studentenjahre begleitet hatte! Wie
abhängig sind wir doch in unserm Urteil von
Stimmungen des Augenblicks! Doch lassen wir ihn selber
sprechen.
"Rastatt
ist eine Trauerweide unter den vielen blühenden
Städten und Städtchen des Badenerlandes, die
verlassene Residenz des altbadischen Fürstenhauses.
Seine breite, schöne Hauptstrasse mit der
Pfarrkirche in der Mitte kann durch ihre namenlose Leere
und Einsamkeit einen schon trüb gestimmten Menschen
zur Verzweiflung bringen. Melancholisch zieht die Murg an
der stillen Stadt hin und trennt von ihr die noch
öderen Vorstädte, das Dörfle und die
Schwabengasse. Die Forts, Bastionen und Festungsmauern
erhöhen noch das Bild der Langweile, und die
sandige, wenig erhöhte Ebene ringsum hilft noch
weiter jeden Reiz von Rastatt zu verbannen. Das einzig
heitere Gesicht unter den leblosen Dingen macht das
prächtige Renaissance-Schloss der alten
Markgrafen.
So
kommt es, dass hier kaum jemand lebt, der nicht hier
leben muss. Und doch hab' ich in dieser tristen Stadt,
meine Kinderzeit abgerechnet, die sorgenlosesten und
wildlustigsten Tage meines Lebens zugebracht. Die
Rastatter von damals aber waren frohe, gemütliche
Menschen, die noch fideler gewesen wären, wenn nicht
die Reaction und die Erinnerung an die Folgen von 1849
auf ihrem Gemüth einigen Eindruck hinterlassen
hätte.
So
gerne ich aber in jener Zeit in dieser Stadt lebte,
ebenso wenig möchte ich dortselbst heute irgendwie
beruflich täthig sein. Ich ertrüge heute die
Melancholie von Stadt und Land nicht mehr. Im Jahre 1829,
an einem trüben November-Nachmittag, wanderte ich
von Karlsruhe einen Ausflug dahin machend, wieder einmal
allein durch die Strassen Rastatts in stiller Wemuth, die
sich in dem todten Gassen des Dörfles und der
Schwabengasse zur förmlichen Trauer gestaltete.
Nirgends begegnete mir auch nur ein bekanntes Gesicht. Am
anderen Morgen ging ich durch die entlaubte Allee des
Schlossgartens dem Kirchhofe zu und hier traf ich meine
alten Rastatter fast alle - in ihren Grüften. Da
ruhten sie unter der Erde, Männer und Frauen, die
ich vor 20 Jahren alle im besten Alter, heiter und
lebensfroh gesehen und gekannt hatte. Erschrocken musste
ich öfters ausrufen, wenn ich an einen anderen
Grabhügel trat: "Ja ist der oder die auch schon
todt!?" Ich bin leicht zur Schwermuth geneigt, aber seit
vielen Jahren bin ich nicht so trübsinnig gewesen,
wie in jener Stunde auf dem Rastatter Kirchhofe. Die
Armseligkeit und Hinfälligkeit unseres Erdenlebens
ergriff mich bis zu hellen Thränen. Auf dem
Rückweg kam ich an unserm Lyceumsgebäude und
seinen todten Lindenbäumen vorbei und es schaute
mich alles so veraltet und so verwittert an, als ob auch
hier jene Lust entflohen, mit der wir Studenten vor
zwanzig Jahren da ein- und ausgingen. &endash;
Noch
in manchen Nächten bis heute lebt in meinen
Träumen Rastatt in mir auf. Ich wandle durch seine
Strasse mit meinen Büchern, komme in die Klasse und
habe nichts präpariert, werde vom Professor
aufgerufen und weiss nichts, in der ärgsten
Verlegenheit &endash; wache ich plötzlich auf und
meditire dann darüber nach, wie fest die Lyceumszeit
in meiner Seele sich eingegraben haben muss. Von der
Kindeszeit träumt man nie, wenigstens ich nicht. Nie
sehe ich mich als Kind oder Knaben in den Träumen,
auf der Strasse spielend oder durch Feld und Wald jubelnd
&endash; aber gar oft auf den Schulbänken Rastatts.
Die Schulfuchserei, welche der Kulturmensch mitmachen
muss, gräbt sich eben gar zu tief in die durch
Wissenschaft geplagte Seele, dass sie nie versicht und
nach Jahrzehnten uns selbst im Traume noch verfolgt und
ängstigt. &endash;
Als
ich im August 1859 Rastatt verliess, hätte man alle
meine dort zurückgelassenen Freunde und Bekannte
fragen können, ob sie glaubten, dass ich Theologie
studiren und elf Jahre später als Ultramontaner
Staatsverbrecher auf der Festung Rastatt sitzen
würde. Alle hätten sicherlich diese beiden
Fragen einstimmig verneint. Und doch sollte es so
kommen."
War
dies nun dasselbe Rastatt, in dem ich als Obertertianer
lebte, in dem ich mit jedem Jahr zu grösserer
Freiheit und tieferem Erleben emporwuchs? Wie wenig
bedeutet doch der Ort, an dem sich unser Leben abspielt,
wie hängt doch alles vom Schlag des Herzens, dem
Schwung der eigenen Seele ab!
Wenden
wir uns nun der Klasse zu, die sich nach den grossen
Ferien unter dem Szepter von Professor Rivola
zusammenfand. Von den 34 Untersekundanern waren im Lauf
des Jahrs 8 ausgetreten, weitere 13 hatten die Anstalt
als Einjährige verlassen oder waren hängen
geblieben. Der Ballast war beseitigt, der Stand der
Klasse hatte sich wesentlich gehoben. Auch die
Neueingetretenen waren im Ganzen ein Gewinn. Die
Loslösung von der Unterprima, die Wiedervereinigung
mit der viel günstiger zusammengesetzten ehemaligen
Untertertia, der Reiz neuer Kameradschaften, die mit
tiefem Aufatmen genossene Befreiung von unerfreulichen
Wohnverhältnissen und anderen Bindungen - das alles
wirkte zusammen, um in mir zum ersten Mal ein Gefühl
von eigener Würde und freiem Dasein zu wecken. So
schlecht ich mich auch an dem Inhalt und das Ergebnis des
Unterrichts, insbesondere nach der philologischen Seite,
erinnern kann, so sicher weiss ich über meinen
Zustand Bescheid. Es liegt etwas wie
Frühlingsstimmung über diesem Jahr, wie blauer
Himmel und weisse Wolken, ein zarter Duft von erster
Schwärmerei, die noch nicht ahnt, dass auf den
linden Frühling ein heisser Sommer folgen
wird.
In
der Besetzung der Schulfächer waren keine grossen
Veränderung mehr zu erwarten. Vierzehn Stunden
hatten wir mit der Untersekunda gemeinsam, Deutsch wie
bisher von Seidenadel, Französisch von Kremp,
Algebra von Follenius, den Geschichtsunterricht, den im
Jahre vorher Nürnberger gegeben hatte, musste Rapp
übernehmen. Bei Nürnberger hatten wir
griechische Geschichte gehabt &endash; davon ist mir nur
noch erinnerlich, dass wir die Kiepert'schen Karten von
Griechenland kaufen mussten. Bei Rapp wurden wir nach dem
Buch Herbst mit römischer Geschichte traktiert. Ich
schäme mich , wenn ich an diese Stunden
zurückdenke, in denen wir uns gegen einen Wehrlosen
austobten, und der gute, alte Mann sich vergebens
abmühte, Ordnung zu halten. Meine
Hauptbeschäftigung war, die geflügelten Worte,
die von seinem Munde kamen, auf den Rändern des
Geschichtsbuchs nachzuschreiben. Sie gaben denen nichts
nach, die ein berühmter Chemiehistoriker von einem
seiner jüngeren Lehrer gesammelt und
veröffentlicht hat.
Das
wichtigste Ereignis war, dass wir Rivola mit acht Stunden
Latein als Ordinarius erhielten. Er war der
dienstälteste Professor, 1819 in Hüfingen
geboren, also ein Landsmann von Lucian Reich, seit 1868
in Rastatt tätig und schon dadurch von einem
besonderem Nimbus umgeben, dass er nie in die tieferen
Regionen des Gymnasiums herabstieg. Er gab neben Latein
und Griechisch in Prima auch Französisch und
Philosophie. Seine Untersuchungen über das
Verhältnis von Gott und Welt und über das
Verhältnis der Vorstellungen und Begriffe zum Sein,
die er den hauptsächlichen philosophischen
Standpunkten bearbeitet veröffentlichte, habe ich
zwar nicht gelesen, doch genügten schon die Titel,
um mich in Ehrfurcht vor dem Verfasser erschauern zu
lassen.
Dass
er ein grosser Heide sei, schien uns allen nicht
unwahrscheinlich, aber noch mehr beschäftigte uns
die Behauptung, dass er seine Ehehälfte mit der
eines anderen badischen Kollegen in allseitigem
freundlichem Einvernehmen umgetauscht haben sollte: eine
praktische Illustration zu Goethes Wahlverwandtschaft.
Ich kann nicht sagen, ob es sich um Legende oder
Geschichte handelt: es ist auch ziemlich
gleichgültig, wenn mann weiss, wie nahe beides sich
berührt. Wollte man die freie Gesinnung des Mannes
treffen, so konnte keine perfidere Legende erfunden
werden: in diesem Sinn hat sie Anspruch darauf, verewigt
zu werden.
Als
Lehrer habe ich Rivola in der besten Erinnerung. Er war
nie langweilig, und er traktierte uns nicht mit
Schimpfworten und Moralpauken. Er riss uns aus unserem
Schlendrian heraus und brachte uns zum Arbeiten, ohne
unser Ehrgefühl zu verletzen. Wenn eri einer Lust
hatte, sich wichtig zu nehmen, so verstand er es, ihn mit
überlegenem Humor, wenn es sein musste mit Witz und
Satire, zu bescheidenerer Einschätzung zu erziehen.
Leider behielten wir den geistvollen Mann nur noch bis
Ostern, da er sich auf diesen Termin pensionieren liess.
Die Abschiedsworte des Jahresberichts betonen seine von
wahrhafter Humanität und sichtlichem Wohlwollen'
zeugende Behandlung der Schüler und die
Bescheidenheit, Anspruchslosigkeit und Milde seines
Wesens; ich hätte vielleicht noch wärmere
Töne gefunden.
Mit
dem sichtlichen Wohlwollen und wahrhaften Humanität
war es vorbei als Seidenagel auch noch den
Lateinunterricht und das Ordinariat übernahm. Aber
wir waren allmählich hart getrommelt, das Toben und
Schelten half nichts mehr, der Schrecken musste ja in ein
paar Monaten ein Ende nehmen. Wir begannen dem Mann
mildernde Umstände zuzubilligen, weil man allgemein
behauptete, dass die Frau für sein Magenleiden
verantwortlich sei, und es mag zutreffen, dass man bei
manchem verärgerten Schulmeister erst nach der Frau
fragen müsste, um seine schlechten Launen zu
verstehen. Trotzdem werde ich nie vergessen, dass ich
einmal - unter unzähligen anderen Strafschriften -
alle lateinischen Zahlen von 400 bis 500, Ordinalia und
Cardinalia, abschreiben musste, weil mir in einem Stil
quadraginta statt quadringenti in die Feder gekommen war.
Ich war so wütend, dass ich bei der nächsten
Bemängelung meiner Leistungen erklärte, ich
käme vor lauter Strafschriften nicht mehr zu den
eigentlichen Aufgaben. Gepolter, Faustschläge auf
das Katheder, Fusstritte unter dem Katheder: "Setzen Sie
sich, sie miserabler Lottel!" Ich setzte mich und liess
hinter dem breiten Buckel von Eugen Fentzling das
Gewitter austoben. Es war mir nicht vergönnt, dem
Tyrannen noch den Beweis zu liefern, dass ich kein Lottel
war. Weder er noch ich hätten es uns träumen
lassen, dass ich dreissig Jahre später seine
wissenschaftliche Beigabe zum Programm des
Grossherzoglichen Progymnasiums in Bruchsal für das
Schuljahr 1875/76, betitelt: Orpheus' Lithica, ein
Theurgisches Epos über die Wunderkräfte der
Steine, metrisch übersetzt, mit Eifer und Gewinn
neben dem griechischen Original studieren
würde.
Es
war unter diesen Umständen nicht verwunderlich, dass
ich in Obersekunda anfing, mehr und mehr Freude an der
Mathematik zu bekommen. Hier lagen klare Aufgaben vor,
die mit etwas Verstand ohne Belastung des
Gedächtnisses bewältigt werden konnten und zum
Bewusstsein sicheren Könnens führten. Die
ämmachinären Chrääßen und die
Lochräthmen waren Wiederholungspensum, das hatten
wir schon in Untersekunda gehabt, aber die
Trächonometräh war etwas ganz neues. Meine
Kurzsichtigkeit zwang mich, in die vorderste Bank zu
sitzen, so dass ich dem vor mir sitzenden Meister nicht
das "Boch" hinreichen, sondern auch häufiger als
andere an der Tafel rechnen musste. So bin ich durch
meine Kurzsichtigkeit zur Trigonometrie, und durch diese
zum Studium der Mathematik gekommen.
Dass
meine Erinnerungen bei der Naturgeschichte fast ganz
versagt, habe ich schon früher eingestanden. Je
länger ich darüber nachdenke, desto mehr
drängt sich mir der Gedanke auf, dass wir auch
einmal Tierkunde gehabt haben müssen. Wie wäre
ich sonst in den Besitz von Schillings Naturgeschichte
gekommen, und wie hätte ich ohne dieses Buch und den
von der Haustochter dazugepumpten Pokorny meinen Gedanken
ausführen könne, dem kleinen Otto zu
Weihnachten ein von mir selbst gemaltes Tierbilderbuch zu
schenken? Nichts kennzeichnet die kindliche Seele des
Obersekundaners besser, als dass ich in den Monaten vor
Weihnachten jede freie Minute dazu verwendete, Bild auf
Bild zu zeichnen und zu malen, um dem kleinen Bruder eine
Freude zu machen, Dem eigenen Gestaltungstrieb
fröhnen zu können, war wahrscheinlich der
tiefste und letzte Grund des Unternehmens. Eine
langwierige Augenentzündung zwang mich schliesslich
zum Aufhören.
Mir
selbst brachte das Weihnachtsfest die Erfüllung
eines schon lang gehegten Wunsches - ich bekam endlich
ein paar Schlittschuhe. Leider trat nach Weihnachten
Tauwetter ein, so dass ich fürchtete, sie in diesem
Winter nicht mehr benützen zu können. Anfangs
Februar wurde es aber wieder kalt, und so begann ich, von
meinem Freund Emil May in die Lehre genommen, auf den
gefrorenen Altwassern bei Rheinau die ersten Versuche.
Sie rechten gerade aus, um dem Primaner im nächsten
Winter die nötige Sicherheit im Führen von
jungen Damen zu geben.
Emil
und ich hatten uns erst seit Obersekunda näher
miteinander befreundet. Er wohnte mit einem älteren
Bruder, damals Oberprimaner, bei einer Tante im Bahnhof,
die den beiden die Eltern ersetzte. Einer der
jüngsten in der Klasse, ein lieber und hübscher
Mensch, in allen Turnkünsten ausgezeichnet, war er
mir immer ein gern gesehener Kamerad gewesen. Seit ich
auf dem Bauhof wohnte, hatten wir ein Stück Wegs
gemeinsam und fanden bald einen Vorteil darin, uns in die
Anfertigung der Hausarbeiten zu teilen. Er lieferte
sorgfältige Präparationen, und ich machte die
Mathematikaufgaben. Später erweiterte sich die
Notgemeinschaft durch einen dritten Teilhaber, der im
Turnen mit meinem Freund und in der Mathematik mit mir
wetteiferte. Er hiess Konrad Pauli und war aus
Höchst a. M. gekommen, wo sein Stiefvater an den
Farbwerken Direktor war. Auch er wohnte ganz in der
Nähe des Gymnasiums, bei Obereinnehmer Zahn,
worüber das nächste Kapitel zu vergleichen
ist.
Ich
war noch keine zwei Tage bei Ecksteins, als mir deutlich
wurde, dass sich Donna Anna der höheren Klavierkunst
befleissigte. Was sie spielte, konnte ich ungefähr
auch schon. Sollte ich jetzt die Kunst wieder aufnehmen,
der ich mich vor zwei Jahren voll Trotz entzogen hatte?
Meiner Bitte, gelegentlich spielen zu dürfen, wurde
gern willfahrt. Ich brachte an Weihnachten von daheim
Noten mit, kaufte neue dazu, hielt sogar eine
Musikzeitung und sucht mich soweit zu bringen, als die
eigenen Kräfte und die Freude an der Sache mich
vorwärts treiben wollten. Mit der Übung wuchs
die Fähigkeit zum freien Spiel, so dass ich mich in
den grossen Ferien auch an die Bühler Orgel
wagte.
Es
ist nicht wahrscheinlich, dass gerade die Kunst des
Bühler Organisten mich so für die Orgel
begeisterte. Aber so weit ich zurückdenken kann, hat
mich der äussere Aufbau einer Orgel mit ihren
Pfeifenreihen und ihrem ornamentalen Schmuck ebenso
entzückt wie das Wunder, dass aus ihrem
geheimnisvollen Innern Töne aller Art
hervorströmten. Nie habe ich das tiefer empfunden,
als wenn ich im Strassburger Münster zuhörte,
wie jetzt himmlisch zarte Stimmen in der Luft
verhauchten, jetzt ein Wechselgesang wie von Geigen und
Flöten erklang, jetzt mächtige Akkorde wie
Posaunen des Jüngsten Gerichts die hohen Hallen
füllten.
Mein
Vater war bereit, mir am Klavier die Grundbegriffe der
Harmonielehre und in der Kirche das Nötigste von der
Spieltechnik beizubringen; alles weitere blieb meinem
persönlichen Eifer überlassen. Es war ein
aufregender Tag, als ich zum ersten Mal auf der Orgelbank
sass und mit Händen und Füssen zu arbeiten
begann, aber ich gewöhnte mich leicht an die neue
Spielweise. Bald war ich mit meiner Kunst so weit, dass
der Lehrer Dühmig, der damals den Organistendienst
versah, mir erlaubte, Sonntags nach dem Amt oder der
Vesper die Leute zur Kirche hinauszuorgeln. Einmal
freilich dauerte das dem alten Blasbalgtreter zu lang, er
tanzte ab und die Orgel verstummte mit einem
empörten Aufschrei.
Was
war nur in mich gefahren, dass es in meinem Innern sang
und klang, und dass ich vom Klavierspielen nicht genug
bekommen konnte seit ich bei Ecksteins wohnte? Dachte ich
vielleicht an Anna, wenn ich das Ännchen von Tharau
spielte? War sie gemeint, wenn ich als Knab' ein
Röslein auf der Heide stehen sah? Galt sie mir als
die Lorelei, die hoch über dem Rhein ihr goldenes
Haar kämmte?
Es
konnte natürlich nicht ausbleiben, dass man mir
zärtliche Beziehungen zur Haustochter andichtete.
Man tat mir aber bitter Unrecht, ich konnte mich wirklich
keiner Gunst von ihrer Seite rühmen. Wir wohnten
unter dem gleichen Dach, wir assen am gleichen Tisch, wir
begegneten uns täglich auf allen Wegen, aber es fiel
uns nicht en, uns weiter umeinander zu kümmern. Ich
hätte zwei oder drei Jahre älter sein
müssen und ein Kerl wie Fentzling, um auf die holde
Jungfrau Eindruck zu machen. Kräftig entwickelt,
energisch und überlegen, manchmal auch ein wenig
batzig, erinnerte sie mich an meine Bühler
Nachbarin, die Kaiserbumbel: das war auch keine
Empfehlung. Schwärmerei braucht Abstand und
Mondschein, sie gedeiht nicht, wo man sich alle Tage
sehen, sprechen und ärgern kann.
Noch
als Untersekundaner hatte ich nicht begreifen
können, warum die Primaner vor und nach der Kirche
stundenlang auf der Hauptstrasse hinter den jungen Damen
herliefen, und warum die abendlichen Maiandachten auch
bei weniger frommen Jünglingen so beliebt waren.
Später begann ich mich wenigstens für einige
von den Mädchen zu interessieren, die von
älteren Semestern als Herzensköniginnen erkoren
waren. Keines kam dem madonnenhaften Geschöpf
gleich, in das sich der Primaner Sch. verliebt hatte. Sie
hiess Hedwig und wohnte am Prov im Proviantamt an der
Herrenstrasse, wo ihr Vater seinen Amtssitz hatte. Ich
war glücklich, wenn ich das schöne feine
Mädchen mit einer Stickarbeit am Fenster sitzen sah,
und will hoffen, dass meine scheue Verehrung weder ihr
noch dem Primaner geschadet hat.
Auch
eine Theaterprinzessin setzte mich im Sommer 1882 auf
einige Wochen in Flammen. Sie spielte in dem
Sommertheater im Kronengarten die jugendlichen
Liebhaberinnen und trug auf der Strasse einen
Rembrandhut. Ich war schwer enttäuscht, als ich
erfuhr, dass die züchtigen verschämten Wangen
der Heldin durch Bemalung hergestellt seien, und dass sie
garnicht so jung sei, wie sie auf der Bühne aussah.
Man sieht, ich war noch ein reiner Tor wie Parcival und
konnte ungebrochenen Herzens in die Ferien
reisen.
Als
dritter unter 17 mit Lob nach Prima befördert,
durfte ich zwei Wochen in Villingen bei Stassens
zubringen und konnte von dort aus ein Stück
Schwarzwald und Baar kennenlernen. Der
Hölzlekönig, Kirnach, Vöhrenbach und
Furtwangen sind ein paar dunkle Erinnerungen. Nur das
weiss ich noch genau, dass ich in einer Orchestrionfabrik
war, und dass ich in der Umgebung von Villingen zum
ersten Mal Enziane und Studentenröslein - Pernassia
- gesehen habe.
*
Gerhard Peters, Das Rastatter Schloss. Karlsruhe 1925.
Rudolf Sillib, Favorite. Heidelberg 1929. H. Kraemer,
Rastatt und seine Umgebung. Rastatt 1930.
Grossherzogliches Gymnasium Rastatt. Fest-Schrift zur
Jahrhundert-Feier 1808-1908. Die von Prof. C. F. Lederle
verfasste Geschichte des Gymnasiums, die den wichtigsten
Teil der Fest-Schrift ausmacht, ist für die
wechselvollen Geschicke der Schule die grundlegende
Veröffentlichung.