Julius Ruska


Briefe aus Berlin



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14.10.1887 - Seite 7

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Julius an die Eltern



auch besser geht als auf holperigem Pflaster.
Bollesche Milchwagen, berittene Schutzleute, Schu-
stersjungen u. andere, zweistöckige Pferdebahn-
wagen usw., alles schon gesehen. Den Berliner
Dialekt hört man bei Maurern, Dienstleuten,
alten Weibern; er ist aber durchaus nicht so
auffällig als man nach dem Gedruckten
glauben sollte. Sonst ist Berlin hinsichtlich
der Sprachen vollständig international,
d.h. man hört alle möglichen Dialekte,
womit ich hauptsächlich sagen will, daß die
Gebildeteren im Allg. hochdeutsch sprechen
mit irgend welcher dialektischen Färbung.
- Gebaut wird hier von innen heraus,
außen sind keine Gerüste, nur ein schräges
Schutzdach u. Bretterwand an der Straße.
Ich besuchte Freitag Nachmittag
noch das Aquarium (Unter d. L. 68);
ein wahres Bergwerk von Höhlen
u. Kammern, gegen welches das Frank-
furter wirklich nur Kinderspiel ist. Als
besonders bemerkenswert möchte ich erwähnen
einen Seehund, der mit großer Behendigkeit
in seinem Meer herumschwimmt u. die Fische
aufschnappt, die ihm von oben herab geworfen